Karpaz

 

DSCN8170Wie ihr wisst, komme ich seit meinem zweiten Lebensjahr nach Zypern. Ein besonderer Ort, welchen ich jedes Mal besuche ist Karpaz – oder wie ich es nenne, das Ende von Zypern. Es ist der letzte kleine Spitz im Osten der Insel, wo jene eng zusammen läuft und die wilde Inselnatur herrscht.

Ich erinnere mich gut daran, als ich ein Kind war und wir hierher kamen, dass wir die einzigen waren. Der Gold Beach, wo wir schwimmen gingen, war nicht nur komplett leer, sondern wurde von den Mittelmeer-Schildkröten als Brutstätte genutzt.
Ich weiß leider nicht, ob dies noch immer der Fall ist.

Denn leider hat sich einiges getan in Zypern. Es fing an, als Casinos und Bordelle gebaut wurden und leicht dubiose Gestalten ihre Spekulationen mit diesem Teil der Insel anfingen. Da der türkische Teil nicht zur Europäischen Union gehört und man hier durch aus von einer Bananenrepublik reden kann, wie man sie sonst nur vielleicht im karibischen Raum findet, gedieh Korruption und ähnliches.

Es fing in den Städten an und macht anscheinend nicht einmal vor einem Naturschutzgebiet halt. Wo einst wilde Esel durch das Land streiften, stehen Holzferienhütten. Die Tiere,welche früher so scheu waren, dass man sie kaum zu Gesicht bekam, stehen nun neben der Strasse und lassen sich mit Chips und ähnlichen nicht Esel tauglichem Futter bezirzen.

Es hat mir mein Herz gebrochen, als ich einen Mann sah, der aus seinem Auto heraus einen Esel mit Chips fütterte und die Packung gleich an Ort und Stelle fallen ließ. Der kleine Esel kaute dann an der Verpackung und ich bekam einen Stich in meinem Herzen.

Meine Welt, so wie sie in Wien ist, ist okay. Vielleicht liegt da mal ein Papiertaschentuch am Boden, aber es ist ja auch von oben bis unten beinahe alles betoniert und Wien wird wie kaum eine Stadt sauber gehalten.
Aber in der Natur, in einem Naturschutzgebiet, welches ich früher als Ort der puren und schönen WIldheit beschrieben hätte, türmt sich nun der Dreck.

Ich kann mein Entsetzen und mein Bedauern für dies gar nicht in Worte fassen. Ich habe in mir einen ungewollten Hass auf die Menschen bekommen, auf jene, die ihr Hirn nicht einschalten können, um diesen Ort zu schätzen und ihn mit dem nötigen Respekt behandeln.
Denn, es ist Respekt gegenüber dem bisschen Natur, was uns noch geblieben ist und wenn wir sogar jenes mit Füßen treten, dann muss ich sagen, ist uns auch nicht mehr zu helfen.
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