Blogging – wie authentisch bin ich?

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Kragen von COS // Pullover von Mango // Shorts von Topshop (old) // Schuhe von Vagabond

 

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Ich wurde im Zuge meines ask me anything Beitrages per Facebook-Nachricht gefragt, wie authentisch ich denn auf meinem Blog sei und wie ich mit dem Teilen meines Lebens umgehe.

Ich fand diese Fragen interessant und habe länger darüber nachgedacht, wie authentisch mein Internet-Ich ist und was an meinem Real-Life-Ich anders ist.

Als Bloggerin oder generell als eine Person, die vieles von sich im Internet zeigt, ist es oft ein schmaler Grad, ab wann es zu viel ist und diesen schmalen Grat definiert jeder für sich anders.

Die einen finden, das Posten von Baby-Fotos in Ordnung, die anderen wollen es nicht. Meiner Meinung gibt es, da kein richtig oder falsch, sondern nur eine persönliche Präferenz.

Seit ich ca. 11 bin, nutze ich das Internet regelmässig. Seit ich ca. 15 bin, blogge ich. Früher war das ganze eher ein Online-Tagebuch, dem ich meine Gedanken anvertraut habe, durch die Fotos, die ich von mir dort online gestellt habe, kam immer mehr der modische Aspekt dazu. Ich habe seitdem immer wieder neu angefangen und aufgehört mit dem Bloggen und man kann sagen, dass ich das Ganze seit April 2014, mit dem Relaunch von leonierachel, ernster nehme und konsequent Beiträge online stelle und jeden Tag mehrere Stunden damit verbringe, Texte zu schreiben, Fotos zu machen und zu bearbeiten, durch’s Internet stöbere, um nach neuen Inspirationen zu suchen und meine Online-Kanäle mit Bildern und Co. füttere.

Durch mein Vogue-Praktikum in Amsterdam, habe ich erkannt, was mir wirklich Spaß macht und das ist dieser Blog, wo ich über alles schreiben kann, was mir gefällt, mir nahe geht oder was ich gerne koche. Diese Freiheit, zu bestimmen, woran ich gerade arbeiten will, hat mir geholfen mein Seelentief Anfang 2014 zu überwinden.

Ich versuche meine Beiträge stetig zu verbessern, ohne dabei meine Authentizität zu verlieren.
Dennoch ist das ganze nicht so einfach, denn, wenn man sehr viel von sich Preis gibt, muss man sich teilweise mit sehr unangenehmen Aussagen auseinander setzen.

Ich schreibe gerne über schlechte Dates, sehe aber nicht ein, anonyme Fragen zu meinem Sexleben beantworten zu müssen. Warum sollte ich auch? Um mich von mir fremden Menschen werten zu lassen über etwas, das ich in den meisten Fällen nicht alleine erlebe?

Manchmal lösche ich solche Kommentare sofort, aber ärgern tue ich mich dennoch.
Denn ich finde sie respektlos, sie gehören zu den negativen Seiten, wenn man, so wie ich, einen Blog hat und sehr offen über sein Leben schreibt. Genauso ärgern mich auch Fragen wie z.B. ob ich denn nur Beauty-Sachen im Kopf habe und es mir wirklich so wichtig ist, die perfekte Grundierung hinzubekommen. Nein, klar schminke ich mich nicht jeden Tag so, wie ich es im Video gezeigt habe, aber ab und zu bei wichtigen Events lege ich mehr Wert auf ein perfektes Make-up und ein schönes Outfit. So schrieb ich diesen Text ganz ohne Make-up, in einer schlabbrigen Jogginghose, mit ungebürsteten Haaren, zu einem Chaos-Dutt nach oben gebunden.

Ich versuche niemanden etwas vorzumachen, ich bin wie ich bin, weine öfter als ich es zugebe, sitze ab und zu betrunken bei Mc Donalds und esse mein geliebtes Big-Mac-Menü und bekomme mehrmals die Woche einen hysterischen Anfall aus den verschiedensten Gründen, wenn die Haare nicht passen, das Online Streaming nicht geht, mein Handy zum wiederholten Male abstürzt oder das Selfiemachen nicht so klappt, wie ich mir das wünsche. Ganz oft muss das meine Mama dann ausbaden. Vielleicht kennt sie mein Real-Life-Ich, besser als ich es kenne.

Nur ich schreibe nicht über diese Dinge auf Facebook und Co.
Klar, reiß’ ich meine Witzchen darüber, dass ungeschminkt zu Halloween bei mir vollkommen ausreicht und ich poste nur zu gerne die schönen und lustigen Seiten meines Lebens.

Aber es gibt für mich klare Grenzen, was ich nicht poste. Meine Dating-Texte oder eben die kleinen Geschichten aus meinem Leben, sind nicht immer dann passiert, wann ich den Text poste. Sondern oft schon Monate zurück. Ich schreibe über vieles, was ich dann online stelle, wenn ich es passend finde und/oder darüber hinweg bin. 80% der Texte, die ich zum Thema Liebe, Dates und Co. verfasse, kommen nie online, weil ich sie verwerfe, wenn ich sie Wochen später lese und nicht mehr gut genug finde oder weil ich merke, dass es zu persönlich ist.

Ich gebe Beauty Tipps für die perfekte Grundierung, weil es momentan mein Look ist, kann sein, dass ich in paar Wochen sage, no Make-up at all.

Jeder Mensch verändert sich stetig, so auch ich. Einiges würde ich nicht mehr online stellen, z.B.: meine Tinder-Erfahrungen. Aus dem einfachen Grund, weil jemand, den ich mochte, auf mich zukam und meinte, aber bitte schreib nicht darüber, wenn wir uns treffen.
Mir war vollkommen klar, dass ich das nicht machen würde. Aber oft hat man halt ein Bild von jemanden im Kopf, wie er zu sein hat. Die Person dachte halt, aufgrund meines Internet-Verhaltens, dass ich jede Minute meines Lebens mit allen Menschen im World Wide Web teile.

Vieles behalte ich für mich, z.B.: meine schönsten Dates in meinem Leben, vertraue ich gerade mal meinen besten Freunden und ab und zu meiner Mama an.

Wie authentisch ich wirklich bin, ist schwer zu sagen. Ich weiß nur so viel, dass ich hier meine aktuelle Meinung über Dinge schreibe. Dieses Monat mag ich vielleicht noch Lippenstifte in Beerentönen und nächstes Monat kann man mich vielleicht schon damit jagen.

Und es kann sein, das mein Real-Life-Ich aufregender oder eben langweiliger ist, als es im Internet erscheint.

Ich strebe hier keinen Perfektionismus an, ich bin nicht perfekt und es liegt mir fern perfekt sein zu wollen. Chaotisches Haar auf Outfitpost, I don’t care, weil so bin ich.

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Ein Gedanke zu “Blogging – wie authentisch bin ich?

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